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	<title>angriffsfläche</title>
	<link>http://angriffsflaeche.blogsport.de</link>
	<description>Ein weiteres tolles WordPress Blog</description>
	<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 13:35:53 +0000</pubDate>
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		<title>Von bloßer Empörung zur #spanishrevolution?</title>
		<link>http://angriffsflaeche.blogsport.de/2011/11/01/von-blosser-empoerung-zur-spanishrevolution/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Nov 2011 09:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 05</dc:subject><dc:subject>Demonstration</dc:subject><dc:subject>international</dc:subject><dc:subject>Soziale Kaempfe</dc:subject><dc:subject>Spanien</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Überlegungen zu den sozialen Unruhen in Spanien und deren revolutionärem Gehalt
	Seit den Geschehnissen um den arabischen Frühling scheint es nicht ruhiger zu werden auf den Plätzen und Straßen weltweit. Die sozialen Unruhen im gesamten arabischen Raum kommen bis jetzt nicht zum Erliegen; das Gegenteil ist der Fall: in Ägypten strömen die Menschen erneut gegen die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Überlegungen zu den sozialen Unruhen in Spanien und deren revolutionärem Gehalt</strong></p>
	<p>Seit den Geschehnissen um den arabischen Frühling scheint es nicht ruhiger zu werden auf den Plätzen und Straßen weltweit. Die sozialen Unruhen im gesamten arabischen Raum kommen bis jetzt nicht zum Erliegen; das Gegenteil ist der Fall: in Ägypten strömen die Menschen erneut gegen die derzeitige Übergangsregierung des Militärrats auf den Tahrir-Platz, in Lybien finden die militärischen Auseinandersetzungen mit den Gaddafitreuen kein Ende und auch in Syrien bahnt sich keine Lösung der Volksaufstände an. Symbolträchtigster Ort dieser unvorhergesehenen Entwicklungen ist der Tahrir Platz in Kairo.<br />
Wohlwollend berichteten westliche Medien über die damaligen Entwicklungen. Boten sie doch eine fabelhafte Gelegenheit zum Anpreisen parlamentarisch demokratischer Zustände im Westen. Denn ganz selbstverständlich war das erste Kriterium nach dem bei den aufkommenden Unruhen gefragt wurde: „Habt ihr denn eine funktionierende Demokratie?“ Freilich gibt es an diesen diktatorischen Regimen und den damit verbundenen unfreieren Lebensumständen nichts zu beschönigen. Doch ist es zu bezweifeln, dass etwa nach drei Jahrzehnten der Herrschaft Mubaraks die Menschen plötzlich aus dem nichts in Massen ihren revolutionären Geist gegen ihn entdeckt hätten. Zumindest gab es zuvor keine außerordentliche Zunahme der Repression, welcher als Erklärung herhalten hätte können. Demgegenüber gab es allerdings eine Verschärfung der sozio-ökonomischen Verhältnisse. So setzte der Bevölkerungsanstieg den Arbeitsmarkt und die regionale Lebensmittelproduktion unter Druck, gleichzeitig stiegen weltweit die Nahrungsmittel- und Energiepreise. Fraglich ist daher ob die westliche Argumentation von Demokratiebestrebungen tatsächlich die entscheidenden Grundlagen für die sozialen Unruhen des arabischen Frühlings ist.<br />
<a id="more-45"></a><br />
Wenige Monate nach den Unruhen im arabischen Raum begann es auch in einigen Ländern Europas zu rumoren. Angelehnt an die Besetzung des Tahrir Platzes in Kairo, errichteten Demonstrant_innen in Madrid und Barcelona am 15.Mai am Anschluss landesweiter Demonstrationen Zeltlager auf den zentralen Plätzen beider Städte. Im sowieso schon krisen- und protestgeschüttelten Griechenland schlossen sich Menschen an. Bereits vor den spanischen Protestbeginn entstand in Portugal mit Demonstationen am 12. März eine ähnliche neue Protestbewegung, welche sich gegen die Sparpläne der Regierung stellte und diese letztlich zu Neuwahlen drang. Auch in Israel schwappten die Proteste, die sich hauptsächlich gegen steigende Mietpreise und soziale Ungerechtigkeit richten, seit Juli hoch. Selbst in den U.S.A. kommt es seit Anfang Oktober zu ungewohnt massenhaften Protesten. Eine “#Occupywallstreet“- Bewegung formiert sich und zieht mit tausenden Menschen durch Manhattan.</p>
	<p>Es drängt sich einem das Bild auf, dass 2011 das Jahr neuer sozialer Bewegungen sei. Doch was hat es mit diesen Bewegungen, die offensichtlich mit der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzkrise sowie den sich somit verschärfenden Lebensbedingungen zusammenhängen auf sich? Wer geht wie auf die Straße? Was ist Gegenstand der Kritik? Und was fordern die Anhänger_innen von wem?<br />
Zumindest in Bezug auf die Protestbewegung in Spanien wird sich im Folgenden mit diesen Fragen auseinandergesetzt.</p>
	<p>Im Frühjahr begannen Menschen verschiedener Gesellschaftsteile und politischer Selbstverortungen sich hauptsächlich im Web 2.0 zu vernetzen und zu diskutieren. Unter dem Motto „¡Democracia Real Ya!“ (Echte Demokratie Jetzt!) partizipierten sowohl Aktivist_innen als auch Politneulinge. Insgesamt setzte sich die anrollende Bewegung vornehmlich aus Erwerbslosen, prekarisierten Jugendlichen und aus ihren Häusern vertriebenen Menschen (die infolge von Erwerbslosigkeit ihre Hypotheken nicht mehr abbezahlen konnten) zusammen. Erster Abschluss dieses Diskussionsprozesses war ein Manifest und die Ankündigung landesweiter Demonstrationen am 15. Mai an denen sich etwa 150 000 Menschen beteiligten.<br />
Direkt im Anschluss an die Demonstrationen in Barcelona und Madrid wurden dort die zentralen Plätze besetzt und Zeltlager errichtet. Diese wuchsen in den folgenden Tagen trotz zwischenzeitlicher Räumung und Wiederbesetzung enorm an. In der ersten Woche der Besetzung wurde allabendlich zu massiven Kundgebungen mobilisiert an denen sich zehntausende beteiligten. Parallel bildeten sich Kommissionen, die zu verschiedensten Themen (Bildung, Wirtschaft, Feminismus, institutioneller Rassismus, Demokratie etc.) arbeiten. Die Plena fanden zu Beginn mit hunderten Menschen statt und teilten sich aufgrund dieser enormen Kapazitäten in Unter-AGs (z.B.: Bildung → Uni, Schule, Kindergarten, Erwachsenenbildung). Organisatorisch wurde bei den Plena mit entsprechenden stillen Zeichen gearbeitet, wie etwa bei den Audimaxbesetzungen vor zwei Jahren zu. Eine Aufbruchstimmung lag in der Luft und wurde vor allem von den vielen unerfahrenen neue Aktivist_innen gepusht. Allein die Erfahrung der gemeinsamen, konsensorientierten und vernunftsgesteuerten Entscheidungsfindung in einem solchen Rahmen ließ vermeintliche Utopien realistischer erscheinen.<br />
Ein nächster Höhepunkt der Mobilisierung wurde zwei Tage vor den Kommunalwahlen am Freitag den 20. Mai erreicht. Nach fünf Tagen der Besetzung und Organisierung hielt die Regierung an einem Demonstrationsverbot am Tag vor der Wahl fest. Daher kamen in dieser Freitagnacht besonders viele Demonstrant_innen zusammen. Die Puerta del Sol war bereits ab 21 Uhr nicht mehr zu betreten und die Demonstrant_innen standen bis tief in die Zugangsstraßen hinein. Unter der Woche kam es in nahezu allen Städten Spaniens zu weiteren Platzbesetzungen und auch internationale Medien kamen nicht mehr herum, wenn auch zu weiten Teilen verzerrt, über die Geschehnisse zu berichten.<br />
In den folgenden Wochen ebbte die direkte Beteiligung zwar etwas ab, doch wiesen Umfragen wie vor Sympathien für die neue 15-M Bewegung in weiten Teilen der Gesellschaft nach. Interessant zu beobachten war, der selbstbestimmte und damit auch tendenziell schwer vorhersehbare Charakter der Besetzung. So wurden die spanischen Medien schlicht dazu gezwungen direkt von den Generalplena zu berichten, denn erst hier wurde von allen entschieden ob das entstandene Camp aufgelöst wird oder bestehen bleibt. An diesen sonntäglichen Generalplena nahmen im Mai und Juni regelmäßig mehrere tausend Menschen teil. Insgesamt bestanden die meisten Protestcamps einen Monat. Danach schlief die Bewegung allerdings nicht ein, sondern plante diese in die verschiedenen Viertel zu tragen. Es entstanden wöchentlich Stadtteilplena, welche sich parallel zu den thematischen Kommissionen trafen. Resultat der vielen Treffen war ein Forderungskatalog, der stetig erweitert oder detailliert wird. Immer wieder kam es zu größeren Mobilisierungen, wie etwa am 19. Juni, welche den Abbau der Camps einläuteten. Bei  diesen bisher größten Zusammenkünften ließen sich die Zahlen nur noch sehr schwer schätzen. In Barcelona sollen es angefacht durch eine vorangehende politische und mediale Diffamierungswelle bis zu 250.000  gewesen sein und in Madrid 150.000 Menschen . In mehr als 60 weiteren Städten gingen die Menschen friedlich und in Massen auf die Straße.<br />
Zwar sind die Versammlungen inzwischen nicht mehr derart riesig, doch laufen sie in verschiedenen Formen weiter. Sei es in den regelmäßigen Plena oder Aktionen wie dem Sternmarsch auf Madrid (23./24. Juli) oder gar nach Brüssel (September/Oktober). während der Proteste kam es besonders zu Beginn weltweit zu Solidarisierungskundgebungen. Auch wurde in diversen Ländern und Städten mehr oder weniger erfolgreich versucht per Facebook an die Proteste anzuknüpfen.</p>
	<p>So emotional mitreißend die Freude darüber, dass endlich was geht, wohl vielen Linken bei derlei Erlebnissen und Schilderungen überkommt, so notwendig ist es gerade als Linke_r solche Bewegungen einer inhaltlichen Prüfung zu unterziehen.<br />
Im Fall der 15-M Bewegung eignen sich hierzu besonders das zu Beginn grundlegend verfasste Manifest und der erarbeitete Forderungskatalog. Vorab sollte berücksichtigt werden, dass die Zusammensetzung der Bewegung sehr vielfältig ist (Studierende, Erwerbslose, Globalisierungsgegner_innen, Anarchist_innen, Rentner_innen, Umweltschützer_innen, Migrant_innen, LGBT-Gruppen, feministische Gruppen, Linke jeglicher Ausrichtung, Mitglieder kleinerer Gewerkschaften wie der CNT oder CGT, Prekäre, Arbeiter_innen, Unzufriedene und Wütende aller Art) und es daher auch Positionen gibt, die es nicht ins Manifest oder den Forderungskatalog geschafft haben. Die 15-M Bewegung, welche stets darauf bedacht ist aus allen Teilen der Gesellschaft zu kommen, setzt mit ihrer Kritik vor Allem bei der Situation der Krisenverlierer_innen und der herrschenden Parteienlandschaft an. Den Kapitalinteressen der spanischen Ökonomie (Privatisierungen, Gesetzesänderungen zugunsten der Arbeitgeber_innen, Kürzungen im sozialen Bereich etc.) werden die eigenen sozialen Interessen gegenübergestellt („Recht auf Behausung, Arbeit, Kultur, Gesundheit, Bildung, politische Teilhabe, freie persönliche Entwicklung und Verbraucherrechte“). Im Prinzip wird also der soziale Abriss als Reaktion auf die Wirtschafts- und Finanzkrise kritisiert. Daraus leiten sie die Forderungen nach Reformen, welche sich an ihren Bedürfnissen (Arbeitsplatzsicherheit, Mietbeihilfen etc.) orientieren. Diese reformistischen Forderungen an die Politik offenbaren einen Fehler bei der Analyse der Krise.<br />
So wird geäußert, dass es diese Politiker_innen (oder auch gierige Manager_innen und Bänker_innen) seien die einen nicht vertreten würden; etwa weil sie korrupt wären oder es schlicht falsch machen würden. Falsch täten sie es, weil die Maßnahmen nicht im Sinne der Menschen wären. Doch genau dies ist auch gar nicht Anliegen politischer Entscheidungsträger. Denn egal ob Krise oder Aufschwung ist es oberstes Ziel nationaler Politik in einer kapitalistischen Weltgesellschaft eben, dass eigene Pferd bestmöglich ins Rennen zu schicken. Um also das Kapital für ohnehin ausbeuterische Lohnarbeit zu locken, müssen nun die Gürtel enger geschnallt werden. Leider setzt die Kritik und die sich ableitenden Forderungen der 15-M Bewegung nicht bei diesen strukturell zusammenhängenden Eckpfeilern (Lohnarbeit, Kapital und ordnender Regierung/Staat) des gesamten Übels an. Stattdessen arbeiten sie sich an den daraus resultierenden und offensichtlichsten Makeln ab.<br />
So sind es erneut die geldgierigen und korrupten Manager, Banker oder demokratischen Amtsträger die zum Gegenstand der Kritik werde, nicht aber deren Ämter als Teil eines kapitalistischen Gesamtzusammenhangs an sich. Besonders fatal hierbei die offene Einladung zur Befriedung ihrer Empörung, durch bloßes Austauschen eben dieser Amtsträger. Aus dem Suggerieren, dass die einzelnen Spieler_innen, nicht aber das Spiel an sich das Problem wäre leitet die Bewegung eine weitere unselige Forderung ab. So wird eine ethische Revolution gefordert durch die das Geld wieder in den Dienst der Menschen und nicht über diese gestellt wird. Dem Zwang der Kapitalist_innen, Bänker_innen und Staatsoberhäupter_innen im Kapitalismus konkurrenzfähig zu bleiben setzt die 15-M Bewegung die Forderung nach moralischerem Handeln entgegen. Hierbei werden erneut die systematischen Ursachen für das schmerzvoll erfahrene Sparen am Bürger oder Lohnarbeiter verkannt. Denn würden der Staat, die Banker_innen oder die Arbeitgeber_innen moralisch handeln, würden sie schlicht mit ethisch erhobenem Haupte Pleite gehen.<br />
Mit ihren Forderungen fällt die Bewegung somit leider hinter ihrer eigenen Praxis gemeinsamer Entscheidungsfindung zurück. Dabei ist diese an sich eine Chance zu spüren, dass Menschen auch selbst entscheiden können und somit parlamentarische Demokratie überwindbar wird. Genauso könnte sie zu der Einsicht führen, dass eine selbstbestimmte und bedürfnisorientierte Güterproduktion organisierbar ist. Es könnten also tatsächlich grundlegende und somit revolutionäre Forderungen nach einer neuen gesellschaftlichen Organisierung aus der Krisenkonstellation entstehen. Doch wie sollen derlei kritische Gesellschaftsreflexion auch plötzlich geschehen sein? Ist doch die bürgerliche Ideologie in den westlichen Gesellschaften seit Jahrzehnten in den Köpfen fest verankert.</p>
	<p>Aufgeworfen ist somit die Frage nach dem Umgang der radikalen Linken mit den neuen Bewegungen. Bei aller inhaltlichen Kritik an 15-M müssten die “Empörten“ doch so manchem Linken die Sehnsucht nach Gesellschaftsveränderung wieder neu aufflammen lassen. Merkmale wie die bisherige Nicht-Vereinnahmung von Parteien oder Gewerkschaften, basisdemokratische Entscheidungsfindungen und das bekundete Bestreben nach Veränderung über nationale Grenzen hinaus bieten schließlich durchaus Anknüpfungspunkte für linke Agitation. Denn so sehr einen die verkürzte Kapitalismuskritik verlockt ins Pöbeln zu geraten, so sehr muss man sich fragen welche Gelegenheit sozialer Bewegung wenn nicht solche zur kritischen Intervention und Agitation nutzbar sind. Das hierzu der hierzu nötige Gang aus dem Autonomen Zentrum in die Diskussion mit Bürger_innen Nerven kostet und frustrierend enden kann, ist klar. Doch ist das schlicht der Preis, den es aufzubringen gilt, zumindest wenn wir als radikale Linke wieder vom gesellschaftlichen Rand zurück in die Politik wollen. Bisher lässt die Krise die Menschen nur an ihrem Verständnis zweifeln, deshalb empören sie sich. Es gilt dieses Verständnis mit fundierter Kritik zum bewussten Umsturz zu bringen und hieraus Potential für tatsächlich revolutionäre Gesellschaftsveränderung zu schöpfen.
</p>
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		<title>Rückblick auf 118 Tage im web 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Hannover</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Seit Ende September 2010 ist die [AAH] im web 2.0 vertreten. Wie andere Gruppen der radikalen Linken hat sie eingesehen: „Das Internet gibt es jetzt auch für Computer“ und das kann genutzt werden.
Neben der eigenen Homepage können Menschen nun auch mit den Informationen der Gruppe direkt interagieren. Natürlich hält diese Praxis auch Risiken bereit: Dies [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Seit Ende September 2010 ist die [AAH] im web 2.0 vertreten. Wie andere Gruppen der radikalen Linken hat sie eingesehen: „Das Internet gibt es jetzt auch für Computer“ und das kann genutzt werden.<br />
<a id="more-43"></a>Neben der eigenen Homepage können Menschen nun auch mit den Informationen der Gruppe direkt interagieren. Natürlich hält diese Praxis auch Risiken bereit: Dies zeigt das Beispiel der ebenfalls bei facebook existenten Kampagne „Castor Schottern!“. Im Rahmen der Ermittlungen gegen den Anti‐Atom Widerstand verblüffte die zuständige Staatsanwaltschaft mit der Androhung gegen alle „Freund_innen“ wegen Aufruf zu Straftaten ermitteln zu wollen. Auch wenn sich diese Drohung eher als heisse Luft erweisen wird, ist es unumgänglich für alle, darauf zu achten welche Informationen sie wann und von wo ins Internet stellen. Bei facebook sind mittlerweile mehr als 1500 Menschen mit der Gruppe befreundet. Die Möglichkeit mit wenig Aufwand eine derartige Masse an Leuten direkt zu Veranstaltungen einladen zu können, ist reizvoll und die begründeten Absagen zeigen, dass die Einladungen auch ernst genommen werden. Das sich die Arbeit im und mit dem web 2.0 durchaus lohnt, zeigen nicht nur die oben angesprochenen Veranstaltungseinladungen.<br />
Auch die Meldung über die Hausbesetzung in Hannover Ende Januar wurde per web 2.0 verbreitet und kam in die Ticker einiger Internetzeitungen aus und um Hannover. „Das sehen wir als Erfolg.“ bestätigt die Gruppe.
</p>
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		<title>Technik im Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:25:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Soziale Kaempfe</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Menschen könnten Maschinen erfinden, damit sie selbst weniger arbeiten müssen und somit mehr Zeit für die schöneren Dinge im Leben vorhanden ist: mit Freunden ein Eis essen, in einem Bett schlafen, ein Buch lesen oder in einem Park spazieren gehen. In kapitalistischen Gesellschaften teilt sich die Welt jedoch in diejenigen, die jene Maschinen besitzen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Menschen könnten Maschinen erfinden, damit sie selbst weniger arbeiten müssen und somit mehr Zeit für die schöneren Dinge im Leben vorhanden ist: mit Freunden ein Eis essen, in einem Bett schlafen, ein Buch lesen oder in einem Park spazieren gehen. In kapitalistischen Gesellschaften teilt sich die Welt jedoch in diejenigen, die jene Maschinen besitzen und jene, die keine Maschinen ihr Eigentum nennen können: Damit ist nicht die elektrische Zahnbürste gemeint, sondern vielmehr die Maschinen, die wir brauchen, um die anderen Dinge zu produzieren, die wir brauchen: Essen und Trinken, Fernseher und Computer, Bahn und Boot, Röntgengerät oder eben doch die elektrische Zahnbürste, wenn es denn sein soll. Sie alle erfüllen Bedürfnisse und werden von Menschen mithilfe von gebaut. Die Menschen, die eben jene Maschinen besitzen, lassen die Leute, die eben keine Maschinen haben, stellvertretend für sich die Maschinen bedienen – damit sie das nicht tun müssen und eben mehr Zeit für schöne Dinge haben wie mit Freunden ein Eis essen, in einem Bett schlafen, ein Buch lesen oder in einem Park spazieren gehen. Außerdem können sie neben der tollen Freizeit auch noch ganz allein entscheiden was mit den Maschinen hergestellt werden soll. So lässt Karl Albrecht vom Aldi‐Konzern planen, was ich essen und trinken kann – nicht ich und du, auch nicht mein Kumpel.<br />
<a id="more-41"></a><a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/charlychaplin.png" rel="lightbox[Technik im Kapitalismus]" title=""><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/charlychaplin.png" alt="" width="200" align="right" /></a>Da die Menschen, welche die Maschinen besitzen, immer darauf achten müssen, dass die von ihren Maschinen produzierten Dinge immer von den Leuten gekauft werden und nicht von einem anderen Menschen mit Maschinen, ist es wichtig, dass sie immer die besten Maschinen haben, um sie günstiger zu verkaufen. Sie stehen ja in Konkurrenz zu einander. Wenn die Maschinen neuer sind, können die Menschen auch tollere Dinge herstellen oder schneller und somit davon mehr: Diese fortschrittlicheren Maschinen nehmen den Menschen, die die Maschinen bedienen also dabei mehr Arbeit ab als ältere Maschinen. Dadurch benötigt der/die Eigentümer_in von Maschinen auch weniger Menschen, die die Maschinen bedienen müssen. In diesem Verlauf schmeißen die Menschen mit den Maschinen häufig Maschinen weg, obwohl sie eigentlich immer noch funktionieren und zu etwas nutze sind: das ist schlecht für die Umwelt und entpuppt sich als großer Zerstörungsakt. Wenn in der Produktion dabei weniger Menschen benötigt werden, weil mehr Arbeit von den Maschinen übernommen wird, werden viele Leute arbeitslos. Die Menschen mit den Maschinen feuern sie einfach; im Kapitalismus nennt sich das dann „Stellenkürzung zum Stellenerhalt“. Das führt zu einer größeren Konkurrenz unter den Menschen, die keine Maschinen besitzen und denen, die keine Arbeit haben, geht es, weil sie jetzt kein Geld mehr verdienen, noch schlechter als vorher mit der eh schon nervigen Arbeitsstelle: Wir brauchen ja meistens Geld, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen und Fantasie können wir leider nicht essen. Als Folge machen die Menschen dann auch die Arbeit, die sie vorher gemacht haben, zu ganz blöden Uhrzeiten, arbeiten einfach mehr, für noch weniger Geld oder machen schlimme Arbeit, die sie vorher nie gemacht hätten. Egal wie, beiden Menschengruppen &#8211; denen mit und denen ohne Arbeitsstelle ‐ geht es mit zunehmender Technisierung damit schlechter. Besonders verrückt an dieser Stelle: Arbeit für Menschen wird im Kapitalismus trotz vieler Maschinen weiterhin mehr, da sich nur aus den Menschen und nicht aus den Maschinen der Profit erpressen lässt.<br />
Vor diesem Hintergrund offenbart sich in der Hannover Messe der Wahnsinn kapitalistischer Gesellschaften: Maschinen, die eigentlich zur Arbeitserleichterung gedacht sind, wenden sich gegen die Menschen, welche sie erfunden haben: Stellenkürzungen aufgrund von Technikeinsatz sollten in der befreiten Gesellschaft, in der alle zusammen entscheiden was und wieviel produziert wird, eigentlich eine feine Sache sein. Leider führt dies in unserer Konkurrenzgesellschaft vielmehr zu prekären Arbeitsverhältnissen, Zeitarbeit, EinEuroJobs und Arbeitslosigkeit oder Sweatjobs, Armut und Elend, weil es zu viele Menschen für die zu erledigende Arbeit gibt, welche produktiver von Maschinen erledigt werden kann. Die Maschinen wenden sich unter kapitalistischen Verhältnissen also gegen die Menschen, obwohl sie doch eigentlich zu ihrem Wohl dienen sollten. Wer in diesem Kontext eine Befreiung für die Menschen, die keine Maschinen besitzen, fordert und dafür eintritt, dass gemeinsam geplant wird, was und wie viel produziert wird, dies nicht als Deutscher oder Linkshänder tut, begibt sich jetzt in den Klassenkampf. Eine befreite Gesellschaft ist keine Utopie: Der materielle Reichtum und seine Produzent_innen passen einfach gut zusammen.
</p>
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		<title>„ &#8230; gemeint sind (wir) alle!“</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:25:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Antifa</dc:subject><dc:subject>Politische Gefangene</dc:subject><dc:subject>Repression und Solidaritaet</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	In Hannover wird aktuell gegen drei Antifaschisten ermittelt, denen vorgeworfen wird an einer Auseinandersetzung mit Nazis beteiligt gewesen zu sein. Der Vorwurf lautet auf „gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung“. Die Mittel staatlicher Repression sind unterschiedlich und doch haund antifaschistische Linke soll kriminalisiert und eingeschüchtert werden. Nicht selten gehen die Interessen der Repressionsbehörden Hand in Hand mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>In Hannover wird aktuell gegen drei Antifaschisten ermittelt, denen vorgeworfen wird an einer Auseinandersetzung mit Nazis beteiligt gewesen zu sein. Der Vorwurf lautet auf „gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung“. Die Mittel staatlicher Repression sind unterschiedlich und doch haund antifaschistische Linke soll kriminalisiert und eingeschüchtert werden. Nicht selten gehen die Interessen der Repressionsbehörden Hand in Hand mit denen organisierter Nazis.<br />
<a id="more-42"></a>Am 13. Mai 2010 wurde einer Gruppe von 15 bis 20 Nazis in Hannover ein antifaschistischer Platzverweis in der Nordstadt erteilt. Sie hatten auf dem Weg faschistische Aufkleber geklebt und MigrantInnen rassistisch beschimpft. Die Polizei konnte weder am Ort des Geschehens vermeintliche Täter_innen feststellen, noch waren die besoffenen Nazis in der Lage Hinweise zu liefern. Nachdem ein erstes Verfahren gegen drei Jugendliche eingestellt werden musste, die im Stadtteil von der Polizei aufgegriffen wurden, schaltete sich die politische Polizei ein. Der Staatsschutz legte den geschädigten Nazis Fotomappen vor, in denen sie sich vermeintliche und tatsächliche Antifas und Linke als Täter_innen aussuchen konnten. IhreWahl fiel auf Sven, Stefan und Tim.<br />
Sowohl der Vorfall selbst, als auch das Verhalten der Polizei erinnert an den Fall des Antifaschisten Matti in Berlin, der 101 Tage zu unrecht im Knast saß und schließlich Ende 2007 freigesprochen wurde. Auch in der Kleinstadt Burg in Sachsen-Anhalt, stand die Polizei Ende 2010 unter einem so hohen Erfolgsdruck, dass sie Ermittlungsverfahren einleitete, die zum Teil allein auf die Aussagen von einzelnen Nazis aufgebaut sind. In allen Fällen wird eine Taktik verfolgt, die besagt „Treffen wir einen, treffen wir alle!“.<br />
Gegen diesen gemeinsamen Angriff von Polizei, Staatsanwaltschaft und Nazis kann nur kollektiv und solidarisch reagiert werden. Die Wichtigkeit einer Unterstützungsarbeit darf nicht unterschätzt werden. Matti erklärte Anfang 2008 in einem Interview mit dem antiberliner: „Ich denke durch die großangelegte [Soli]Kampagne konnten viele Menschen auf den Fall aufmerksam gemacht werden. Außerdem gab es ein recht großes und zumeist positives Medienecho.“<br />
<a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/repression_goettingen2011.png" rel="lightbox[Repression]" title="Demo gegen Repression in Göttingen (Foto: A.L.I. Göttingen)"><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/repression_goettingen2011.png" alt="" width="200" align="right" /></a>Welchen Effekt diese breite Öffentlichkeitsarbeit haben kann, zeigte sich in Göttingen im Fall von Martin R. Der junge Antifaschist wurde Ziel einer bundesweiten polizeilichen Fahndung, weil er bei einer Spontandemo gegen Polizeiwillkür einen Feuerwerkskörper geworfen haben soll. Dies war Vorwand um ihn wegen seines „dunklen Teints“ als vormaliger Tatverdächtiger in einem anderen Fall vorgeladen wurde. Hier sollte eine DNA-Probe abgegeben werden. Er entzog sich dieser Maßnahme und tauchte unter. <em>„Es ist mir nicht leicht gefallen eine Entscheidung zu treffen, die mich von meinen Freunden und Familie für einen unbestimmten Zeitraum trennen und meine Ausbildung gefährden wird (…) Trotzdem habe ich keine andere Möglichkeit gesehen, auf diese Situation aufmerksam zu machen.“</em> schrieb er in einer Pressemitteilung. Die Unterstützung für den Genossen einte nicht nur die radikale Linke in der Stadt – auch Linke., SPD und Grüne bezogen öffentlich Stellung für Martin und gegen die Polizeiwillkür. Genau dieses breite Bündnis war es dann auch, dass für den 22. Januar zu einer Demonstration gegen Kriminalisierung und Repression aufrief. Unter den 700 Menschen, waren nicht nur Teilnehmende aus Hannover, sondern auch Martin selbst. „Ich bin wieder da und werde von heute an mein alltägliches Leben wieder aufnehmen!“ erklärte er in einem Redebeitrag, der von restlichen Teilnehmenden lautstark erwidert wurde. Die Polizei griff die Demo immer wieder mit Knüppeln und Pfefferspray an, doch gelang es, aufgrund des entschlossenen Widerstands nicht, Martin aus der Demo zu ziehen. Obwohl ein Durchsuchungsbeschluss für den Wohnort des Verfolgten vorlag, gab es auch Tage nach der Demo keine Hausdurchsuchung und Festnahme des Gesuchten. Auch dies dürfte auf die breite öffentliche Diskussion und Solidarisierung zurückzuführen sein.<br />
Breite Diskussionen gibt es auch immer dann, wenn Repressionsfälle besonders spektakulär sind. Dies war im Dezember 2010 der Fall, als der LKA-Spitzel Simon Bromma in Heidelberg enttarnt wurde. Er hatte unter dem Namen „Simon Brenner“ versucht über die Mitarbeit im SDS. Kontakt zur Antifa-Szene der Stadt zu bekommen. Sein Vorgehen erinnert stark an den Fall der VS-Agentin „Kirsti Weiß“, die bis Januar gesetzt wurde. Nach seiner Enttarnung wurde Bromma durch eine linke Hacker_innengruppe die Klaridentität des Spitzels öffentlich gemacht inklusive seiner Tätigkeit als Jugendwart des Wein- und Kulturzentrum des Meersburger Winzervereins und beim Narrenverein.<br />
Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Vorfälle, die einfach untergehen, weil sie zu unwichtig scheinen und gerade sie zeigen, dass Repression gegen Linke alltäglich stattfindet. Mitte November 2010 wurde der Betreiber des blogsport.de-Servers vom LKA Berlin aufgesucht und zur Herausgabe von Daten aufgefordert. Diese Polizeiaktion richtete sich gegen ein antimilitaristisches Internetprojekt aus Hannover und am Ende des selben Monats wurde eine junge Frau in Hannover von einem vermeintlichen Polizisten angesprochen und sollte für eine „Zusammenarbeit“ angeworben werden. Sie tat das einzig richtige in dem sie das Gespräch beendete und den Schnüffler einfach stehen liess.<br />
Repression die einige trifft, geht uns alle an. „Betroffen ist eine_r, gemeint sind alle“ gilt dabei nicht nur als Forderung an andere mit konkret Betroffenen solidarisch zu sein, sondern auch als Versicherung an alle diejenigen, die sich noch nicht heute, aber vielleicht morgen oder übermorgen mit Spitzeln, Schnüffler_in, Polizeiknüppel, Hausdurchsuchung oder Vorladung konfrontiert sehen.
</p>
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		<title>„Wie aufgescheuchtes Huhn. Nein, aggressiver“</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:24:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Arbeitskampf</dc:subject><dc:subject>Berlin</dc:subject><dc:subject>Repression und Solidaritaet</dc:subject><dc:subject>Soziale Kaempfe</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	In der Angriffsfläche berichteten wir in den Ausgaben 1 und 3 über das faktische Verbot der Freien ArbeiterInnenunion (FAU) Berlin und dessen Abwehr. Hintergrund war die Unterstützung der Beschäftigten im Kino Babylon in Berlin. Hier waren schlechte Bezahlung, befristete Arbeitsverträge und Kündigungen unmittelbar vor Ablauf der sechsmonatigen Probezeit Normalität. Wir sprachen mit einem Mitglied der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>In der Angriffsfläche berichteten wir in den Ausgaben 1 und 3 über das faktische Verbot der Freien ArbeiterInnenunion (FAU) Berlin und dessen Abwehr. Hintergrund war die Unterstützung der Beschäftigten im Kino Babylon in Berlin. Hier waren schlechte Bezahlung, befristete Arbeitsverträge und Kündigungen unmittelbar vor Ablauf der sechsmonatigen Probezeit Normalität. Wir sprachen mit einem Mitglied der FAU über den Gegenwind, der ihnen nicht nur von Unternehmensseite, sondern auch von Gewerkschaftsseite durch ver.di ins Gesicht blies.<br />
<a id="more-40"></a><br />
<strong>Hallo, stell dich und deine Arbeit in der BabylonKampagne doch mal kurz vor.</strong></p>
	<p>Hallo, Ich arbeite in Teilzeit im Babylon und versuche zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen unsere Arbeitsbedingungen dort zu verbessern. Als Kampagne würde ich das nicht bezeichnen. Das ist ein zäher Konflikt, in dessen Verlauf sich einige von uns, auch ich, in der FAU Berlin organisiert haben, weil wir gemerkt hatten, dass wir in unserer Situation ohne Gewerkschaft im Rücken nicht weit kommen.</p>
	<p><strong>Wo seid ihr an Grenzen gestoßen?</strong></p>
	<p>Bevor wir uns gewerkschaftlich organisiert haben, hatten wir schon einen Betriebsrat gewählt und versucht, so unsere Rechte zu verteidigen. Ein Betriebsrat kann einem einige schlagkräftige Instrumente in die Hand geben, aber man braucht schon eine gewisse Erfahrung und enge Rückkopplung an die Belegschaft, um die richtig anzuwenden. Die Erfahrung hatte uns gefehlt, und die Geschäftsleitung ging von Anfang an hart gegen den BR vor. Ein Betriebsrat hat auch grundsätzlich immer die Aufgabe zu moderieren, zu beschwichtigen, zu vermitteln. Da Zusammenstehen für war es im Babylon zu spät, das wollten wir auch nicht mehr. Außerdem hatten wir regelmäßig inoffizielle Betriebsversammlungen organisiert. Da konnten wir unter uns alles gemeinsam besprechen. Das war uns wichtig und ein Betriebsrat kann auf so was nur schwer aufbauen. Als Betriebsgruppe einer Basisgewerkschaft konnten wir das fortführen und entwickeln.</p>
	<p><strong>Welche Arbeitsbedingungen herrschten im Babylon-Kino und welche Rolle spielte die Organisierung der Kolleg_innen in ver.di?</strong></p>
	<p>Die Arbeitsbedingungen waren für Berliner Verhältnisse vielleicht nicht mal außergewöhnlich: Löhne von 5,50 bis 7 Euro, wenn sich einer traut Urlaub zu verlangen, gibt er mit dem Urlaubsantrag gleich die Kündigung mit ab. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kennt keiner. Alle paar Wochen werden neue Kolleginnen und Kollegen in unbezahlten „Probeschichten“ angelernt, um die Leute, die langsam die Schnauze schon wieder voll haben zu ersetzen. Wer dem Chef nicht mehr gefällt, wird nicht mehr eingeteilt. Mal soll man für zwei, drei Stunden Arbeit antanzen, dann wiederum kommen zehn, manchmal zwölf Stunden-Schichten ohne Gelegenheit für Pausen. Einiges davon haben wir verbessert, noch nicht alles. Schriftliche Arbeitsverträge haben manche von uns bis heute nicht. Zur Rolle von ver.di: Einer von uns war da Mitglied, die konnten, oder wollten ihm aber nicht weiterhelfen. Der Betriebsrat hat sich auch an ver.di gewandt. Ohne Erfolg. Als wir uns dann in der FAU Berlin organisiert, und richtig Stress gemacht haben, mit erklärtem Arbeitskampf und Boykottaufruf, wurde der Konflikt für die Chefs langsam bedrohlich, und auch in Senatskreisen zum Thema (das Babylon wird ja kommunal hoch bezuschusst). Auch ver.di beobachtete den Konflikt, als Selbstorganisierte sägen wir aus der Perspektive von Berufsfunktionären ja am „Geschäftsmodell Einheitsgewerkschaft“. Dementsprechend stand plötzlich ver.di auf der Matte und hat unter dubiosen Umständen einen viel zu billigen Haustarif abgeschlossen. Manches ist jetzt schon deutlich besser als vor dem Tarif, aber da wäre viel mehr drin gewesen. Mit deiner Frage der Organisierung von Kolleg_innen in ver.di hatte das aber nichts zu tun, denn ver.di hatte sich sein eigenes Mitglied aus dem Hut gezaubert, das an den Verhandlungen beteiligt gewesen sein soll. Dem kritischen ver.di-Mitglied, das Monate vorher bei ver.di abgeblitzt war, Wollte ver.di nichts davon verraten. Wir wissen von Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kinos, welchen hohen Organisierungsgrad ver.di voraussetzt, um überhaupt einen Finger krumm zu machen. Im Babylon haben wir eine andere Erfahrung gemacht: Sobald es eine selbstorganisierte Gruppe gibt, wie bei uns die FAU Betriebsgruppe, springt der ver.di Fachbereichsleiter. Auch bei nur ein oder zwei Mitgliedern.</p>
	<p><strong>Wie sahen die Kampfmaßnahmen der Belegschaft aus und wie habt ihr als FAU sie unterstützt?</strong></p>
	<p>Die FAU Berlin hat Belegschafts- und Betriebsgruppenmitglieder durch Beratung und Unterstützung in Gerichtsverfahren geholfen und auch Prozesse finanziert, die Probleme in der Presse publik gemacht, über ihre internationalen Kontakte Druck aufgebaut.<a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/fau_kundgebung.png" rel="lightbox[FAU]" title="Protestkundgebung vor dem Babylon während der Berlinale (Foto: www.ccphoto.de)"><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/fau_kundgebung.png" alt="" width="200" align="right" /></a> Wochenlang haben unsere Genossinnen und Genossen vor dem Babylon unsere Flugblätter verteilt, mit einer Ausdauer, die auf die Geschäftsführung sehr zermürbend gewirkt hat. Als die Geschäftsleitung uns unsere Flugblätter verbieten wollte, haben unsere Sekretäre vor Gericht den Kopf hingehalten. Und gewonnen. Die Arbeitskampfmaßnahme der Betriebsgruppe war der Boykottaufruf. Das musste aufgegeben werden. Die restriktive deutsche Arbeits- und Tarifrechtsprechung ist auf kleine, kämpferische Gewerkschaften wie wir es sind, nicht eingestellt. Am wichtigsten ist aber, dass die FAU einen soliden Rahmen bietet, in dem wir aktiv werden können. Das sind ganz grundlegende Sachen wie ein funktionierendes Büro und Sekretariat. Bei all dem kann eine Basisgewerkschaft wie die FAU uns aber die wichtigsten Aufgaben nicht abnehmen: den Konflikt mit unserer Geschäftsleitung müssen wir vor Ort selbst ausfechten. Unsere noch nicht organisierten Kolleginnen und Kollegen müssen wir selbst überzeugen. Was wir wollen und wie wir es bekommen müssen wir uns selbst überlegen. Das kann uns keiner abnehmen. Das wollen wir aber auch nicht.</p>
	<p><strong>Wie reagierten die ver.di Funktionär_innen auf eure Betriebsarbeit?</strong></p>
	<p>Wie ein aufgescheuchtes Huhn. Nein, aggressiver. Wie schon gesagt, eine erfolgreiche Basisorganisation stellt deren Geschäftsmodell in Frage. Da sind manche zu fast allem bereit. Wir können das aber nicht verallgemeinern, wir haben im Babylon-Konflikt nur einen ver.di Funktionär näher kennen gelernt. Wir wissen, dass sein Verhalten auch in ver.di Kreisen, vor allem bei den Ehrenamtlichen an der Basis, heftig kritisiert wurde.</p>
	<p><strong>Warum war keine Zusammenarbeit möglich?</strong></p>
	<p>Die Belegschaft hatte bei einer Betriebsversammlung beide Gewerkschaften zur Zusammenarbeit aufgefordert. Die FAU Berlin hat das akzeptiert, aber der ver.di Fachbereichsleiter meinte, darüber müsse er erst mal mit unserem Chef reden. Der Chef und der Funktionär waren sich wohl auch in dem Punkt schnell einig.</p>
	<p><strong>Konntet ihr aus dem Sieg vor Gericht Vorteile für die Arbeit ziehen? Wie sieht die Lage im Kino aktuell aus?</strong></p>
	<p>In vielen Punkten haben wir gewonnen, auch vor Gericht: Der Chef wollte uns verbieten zu sagen, dass wir früher bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht kannten. Da haben wir gewonnen. Genauso bei der Frage, ob wir uns zu recht als Gewerkschaft verstehen und so bezeichnen. In vielen individuellen Prozessen haben wir gute Lösungen erstritten. Aber auch wenn wir uns dort zu schlagen wissen, die Gerichte sind nicht unser Terrain. Wir wollen im Betrieb gewinnen, und da läuft noch nicht alles so wie wir uns das vorstellen. Wir haben etwas höhere Stundenlöhne, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub. Aber nach wie vor sind wir mit der Geschäftsführung und den Löhnen im Babylon unzufrieden, nach wie vor wird gegen geltendes Arbeitsrecht verstoßen. Dabei reichen unsere Vorstellungen doch noch ein gutes Stückchen weiter, als das Mindestmaß bürgerlichen Rechts. Nach wie vor handeln die Geschäftsführung und der ver.di-Fachbereichsleiter hinter dem Rücken der Beschäftigten Regelungen aus, die uns nicht passen. Wir sind mit vielem unzufrieden, und wir haben uns vorgenommen, das zu ändern. Vielleicht dauert das eine Weile, aber seit wir uns gemeinsam zur Wehr setzen gehen wir tatsächlich wieder gern ins Babylon.</p>
	<p><strong>Vielen Dank für das Interview.</strong>
</p>
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		<title>Greba Orokorra · Huelga General · Generalstreik</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:22:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Arbeitskampf</dc:subject><dc:subject>Baskenland</dc:subject><dc:subject>Soziale Kaempfe</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Gewerkschaftliche Praxis im Baskenland und Spanien
	Die Krise mit ihren massiven Folgen zu Lasten von Lohnarbeitenden und sozial Schwachen trifft bekannterweise nicht nur die Menschen in der Bundesrepublik. Doch während es hier kaum Massenaktionen gegen diese neuen Auswirkungen des kapitalistischen Wirtschaftens gibt, bietet sich im europäischen Ausland ein ganz anderes Bild.
Mit „Europa brennt – Deutschland pennt“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Gewerkschaftliche Praxis im Baskenland und Spanien</strong></p>
	<p>Die Krise mit ihren massiven Folgen zu Lasten von Lohnarbeitenden und sozial Schwachen trifft bekannterweise nicht nur die Menschen in der Bundesrepublik. Doch während es hier kaum Massenaktionen gegen diese neuen Auswirkungen des kapitalistischen Wirtschaftens gibt, bietet sich im europäischen Ausland ein ganz anderes Bild.<br />
<a id="more-38"></a>Mit „Europa brennt – Deutschland pennt“ kann diese aktuelle Entwicklung zusammengefasst werden und so schauen Linksradikale mit leuchtenden Augen z.B. nach Griechenland oder Spanien, wo die Menschen ihren Widerstand gegen die neuen Zumutungen, auf die Straße tragen und sich in die direkte Auseinandersetzung mit dem Staat und seinen Organen begeben. Es ist ermutigend zu sehen wie sich die Wut auf die bestehenden Verhältnisse ungezügelt und direkt entlädt und ohne dabei eine massenkompatible Dimension zu verlieren und sich auf das Bild von „einigen wenigen Chaoten“ usw. reduzieren zu lassen. Am Beispiel der Arbeitskämpfe im spanischen Staat zeigte sich, dass nicht nur Straßen-, sondern auch Arbeitskämpfe in der bundesdeutschen Öffentlichkeit wahrgenommen werden. So stellte die Hannoversche Allgemeine Zeitung Ende September 2010 fest: „Generalstreik in Spanien trifft auch Reisende in Hannover“, ohne auf die Gründe für den Generalstreik einzugehen, berichtete die Lokalzeitung, dass „tausende deutsche Urlauber […] wegen eines angekündigten Generalstreiks in Spanien voraussichtlich nicht wie geplant reisen“ konnten.<br />
Der Streik richtete sich zum ersten Mal gegen den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten und hatte das erklärte Ziel, das Land lahm zu legen: In den spanischen Regionen Andalusien, Katalonien und Madrid fiel nicht nur der Flug, sondern auch der Bahnverkehr weitgehend aus, Busse wurden blockiert und das öffentlichrechtlich Fernsehen konnte nur ein Notprogramm senden. Hunderttausende zogen durch die Städte um ein deutliches Zeichen gegen Rettungspakete für Banken, Anstieg der Arbeitslosigkeit, Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst, Einfrierung der Renten und Beseitigung des Kündigungsschutzes sowie Kürzung der Abfindungen.<br />
Interessant ist die Reaktion des spanischen Staates auf den Generalstreik. Auf der einen Seite versucht die Regierung in Madrid die Beteiligung und Auswirkungen herunterzuspielen. Auf der anderen Seite wurden die Auseinandersetzungen und die scharfen Schüsse der Polizei über die Köpfe von Streikposten in Madrid heruntergespielt. In Barcelona wurde der Versuch der Polizei mit Autos in einen Demonstrationszug zu fahren, abgewehrt.<a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/baskenland_bullenwagen.png" rel="lightbox[Generalstreik]" title="Polizeiwagen in Barcelona: Sowas kommt von sowas ... (Foto: barcelona.indymedia.org)"><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/baskenland_bullenwagen.png" alt="" width="200" align="right" /></a> Doch blieb dieser Vorfall ebenso wenig unbeantwortet wie die Räumung einer besetzten Bank im Zentrum. Stundenlange Auseinandersetzungen auf der Straße und brennende Polizeiwagen waren die Konsequenz. Das ist also darunter zu verstehen, wenn die Regierung verlauten lässt, dass der Streik ohne größere Zwischenfälle verlaufen sei.<br />
Im Baskenland, der am stärksten industrialisierten Region auf der Iberischen Halbinsel, wurde der Generalstreik durch die baskischen Gewerkschaften nicht mitgetragen. Dies verwundert, angesichts dessen, dass sich die Arbeiter_innen im Baskenland auch durch ihren gemeinsamen Widerstand gegen die Franco-Diktatur ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein erkämpft haben. Die damals im Untergrund gegründeten „Kommissionen“ näherten sich der Unabhängigkeitsbewegung an.<a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/baskenland_lab.png" rel="lightbox[Generalstreik]" title="Logo der LAB: Klassengewerkschaft im Baskenland"><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/baskenland_lab.png" alt="" width="200" align="left" /></a> Aus dieser Verbindung von Klassenkampf und dem Streben nach Unabhängigkeit entstanden die Langile Abertzaleen Batzordeak (LAB, Arbeitervereinigungen), die sich 1977 als Gewerkschaft konstituierte. Heute hat sie 50.000 Mitglieder und stellt über 4.400 aktive Personalrät_innen in allen Industrie- und Wirtschaftsbereichen.<br />
Die zweite und größere baskische Gewerkschaft ist die Eusko Langileen Alkartasuna (ELA, Baskische Arbeiterallianz). Die ELA steht der bürgerlichen Regionalpartei PNV nahe, ist aber eher sozialdemokratisch orientiert.<br />
Die LAB, als Teil der linken Unabhängigkeitsbewegung, verstand sich nie allein als Interessenvertretung für Lohnabhängige, sondern war und ist Teil anderer politischer und sozialer Kämpfen. So z.B. das Engagement für die Rechte der baskischen Gefangenen.<br />
Auch ihre Aktionen sind ganz anders, als das, was hierzulande von Gewerkschaftsaktivist_innen erwartet wird: Im April 2009 besetzten LAB-Aktivist_innen symbolisch für einige Stunden die Börse in Bilbo (Bilbao). Ähnliche Aktionen trafen 2010 Banken und ein Büro der spanischen Sozialversicherung. Die LAB ist der Meinung, dass eine „Verbesserung der Lebensbedingungen der baskischen ArbeiterInnen nur über die Auseinandersetzung mit den Kräften erreicht werden kann, die die Produktionsmittel und das Kapital besitzen und die die politischen Verwaltungen kontrollieren“.<br />
Angesichts solcher Aussagen scheint die Nichtbeteiligung von ELA und gerade LAB am Generalstreik vom Herbst 2010 unverständlich. Doch die Kolleg_innen im Baskenland hatten bereits durch zwei starke Generalstreiks ihre Ablehnung der spanischen Sparpolitik signalisiert und hielten die Aktion für verspätet. Trotzdem liefen bei Volkswagen in Iruñea (Pamplona) keine und bei Mercedes in Gasteiz (Vitoria) nur wenige Autos vom Band.<br />
Ende Januar 2011 gab erneut Generalstreiks, die diesmal aber allein auf das Baskenland, Galicien und Katalonien begrenzt waren. Hier waren die baskischen Gewerkschaften die ersten, die entsprechende Schritte beschlossen.<br />
Es lohnt durchaus über den nationalen Tellerrand hinaus und soziale Kämpfe in anderen Ländern, abseits von Straßenkämpfen anzuschauen ohne die Organisationsformen hinter diesen Kämpfen auszublenden. Wenn in Deutschland der ver.di-Chef Bsirske dann zaghaft äußert, dass der Generalstreik als Mittel der politischen Auseinandersetzung wieder erlaubt sein müsste, ist das zu begrüßen, aber von kämpferischen Gewerkschaften vom Format der LAB und anderen sind wir noch weit entfernt.
</p>
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		<title>Streik bei Atlas in Ganderkesee</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:22:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Arbeitskampf</dc:subject><dc:subject>Erlebnisbericht</dc:subject><dc:subject>Ganderkesee</dc:subject><dc:subject>Soziale Kaempfe</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Gastbeitrag zum Solidaritätsbesuch aus Hannover auf dem platten Land
	Im April 2010 übernimmt Fil Filipov für 1€ die Atlas-Baumaschinenfabrik mit ihren drei Standorten in Ganderkesee, Vechta und Delmenhorst. Illegale Kündigungen, „Arbeitsvertragsergänzungen“ und fünf Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche waren die ersten Maßnahmen. Was folgte, war ein Arbeitskampf, wie ihn das norddeutsche Plattland lange nicht mehr gesehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Gastbeitrag zum Solidaritätsbesuch aus Hannover auf dem platten Land</strong></p>
	<p>Im April 2010 übernimmt Fil Filipov für 1€ die Atlas-Baumaschinenfabrik mit ihren drei Standorten in Ganderkesee, Vechta und Delmenhorst. Illegale Kündigungen, „Arbeitsvertragsergänzungen“ und fünf Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche waren die ersten Maßnahmen. Was folgte, war ein Arbeitskampf, wie ihn das norddeutsche Plattland lange nicht mehr gesehen hatte.<br />
<a id="more-39"></a>Die Vorbesitzerin der Werke, die US Terex Coporation beschloss sich aus dem Baumaschinengeschäft zurückzuziehen und verkaufte die Werke im Februar 2010 an eine Vorratsgesellschaft. Zwei Monate später übernahm Filipov die Geschäftsführung und schon bald folgten die ersten Maßnahmen gegen die Arbeiter_innen: Zwölf illegale Kündigungen und „Arbeitsvertragsergänzungen“ für den Rest. Diese sahen die Aufkündigung des kollektiven Tarifvertrages vor. Die neuen individuellen Arbeitsverträge beinhalteten eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um fünf Stunden. Gegen diese Maßnahmen gab es bereits Mitte September 2010 einen Warnstreik an allen drei Standorten. Filipov reagierte mit offenen Drohungen gegen die Belegschaft und lehnte alle Verhandlungen mit der IG Metall ab, in der 80% der Belegschaft organisiert sind. Filipov kündigte die Sozialpartnerschaft von oben auf, ob wohl die Gewerkschaft großes Entgegenkommen signalisierte und sogar bereit war, die Mehrarbeit zu akzeptieren, wenn nur der Kollektiv-Vertrag nicht in individualisierte Verträge aufgelöst wird. Auch der Versuch von Kommunal, Landes, Bundes- und Europapolitiker_innen wurde von ihm abgelehnt. Er antwortete mit „offenen Briefen“, in denen er neben Drohungen, die Produktion zu verlagern oder massenhaft ArbeiterInnen zu entlassen, erklärte, dass er seine Frau damit beauftragt habe, „ihn vorher zu erschießen, sollte er eine Vereinbarung mit der IG Metall abschließen wollen.“<br />
<a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/ganderkesee_firma.png" rel="lightbox[Ganderkesee]" title="Atlas-Werk: Alle Räder standen still ... (Foto: Die Linke. Delmenhorst)"><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/ganderkesee_firma.png" alt="" width="200" align="right" /></a>Nach einem weiteren, erfolglosen Warnstreik traten schließlich 350 Arbeiter_innen der Fabrik in Ganderkesee am 22. Oktober 2010 in einen „echten“ Streik. Mit spürbaren Folgen: Die Produktion stand so gut wie still und die über Leiharbeitsfirmen angeheuerten Streikbrecher_innen konnten das Können der erfahrenen Arbeiter_innen nur mehr schlecht als recht ersetzen. Am 1. November streikten auch die Beschäftigten des Werks in Delmenhorst und eine Woche später die Kolleg_innen aus Vechta. Insgesamt 650 Beschäftigte des Unternehmens standen im Streik. Dieser Streik dauerte über fünf Wochen und war ein harter und aufreibender Arbeitskampf, der die unvermittelte Konfrontation der beiden Lager am Werktor und eine starke Solidarität nach innen wie nach außen mit sich brachte sowie teilweise Erfolge erzielte.<br />
Filipov griff auf bekannte Mittel des Kapitals zurück, um die kämpfenden Arbeiter_innen unter Kontrolle zu bekommen: Hausverbote gegen Streikende, spontane und willkürliche Kündigungen (u.a. gegen den Betriebsrat Detlef Pecht), Anweisung an LKW-Fahrer_innen, die Blockaden an den Werktoren zu durchfahren und Einschüchterungen. Dies geschah auch durch das Schüren von Existenzängsten bei Arbeiter_innen und Azubis durch Androhung von Entlassungen oder Schließung der Auszubildendenwerkstätten. Weiterhin gab es Abmahnungen, Beleidigungen, Versuche Kolleg_innen durch Kameraüberwachung und Klagen zu verunsichern sowie illegale Helikopterflüge, um Waren ein- oder auszufliegen und seine Macht zu demonstrieren. Zuletzt sei noch der Bagger genannt, der zum Verkauf stand und mitten in der Nacht durch einen Zaun ausgefahren wurde und dabei einen Streikenden gefährdete.<br />
Dabei vermittelten sowohl Streikenden wie auch ihre Gewerkschaft stets die sozialpartnerschaftliche Bereitschaft, Probleme „durch gemeinsames Handeln aller Beteiligten“ zu lösen. Filipov stand dieser Bereitschaft offen feindselig gegenüber und so bröckelte der Mythos der sozialen Marktwirtschaft mitsamt ihrer illusorischen Sicherheit. Die Angriffe des Kapitalisten wurden umso offensiver beantwortet. Der Zusammenhalt unter den Arbeiter_innen und die Öffentlichkeitsarbeit waren wichtige Punkte, um Solidarität innerhalb, aber auch über die Grenzen der Werkstore hinaus zu erreichen.<br />
<center><a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/ganderkesee_tarifvertrag.png" rel="lightbox[Ganderkesee]" title=" "><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/ganderkesee_tarifvertrag.png" alt="" /></a></center>Um hier ein solidarisches Signal zu senden, reisten fünf linksradikale Aktivist_innen aus Hannover am 16. November, bepackt mit einem Solidaritätstransparent und Sachen für ein Buffet, nach Ganderkesee. Interessiert an einem Austausch mit den Kolleg_innen, sahen sie sich einer unbekannten Situation gegenüber: <em>„Die Lücke, die sich in der offenen Konfrontation der Klassen aufmachte, interessierte uns besonders bei unserem Solidaritätsbesuch, jedoch hielten wir uns sehr bedeckt, beobachteten viel, hörten viel zu, warteten auch ein bisschen ab, was aber auch aus der eigenen Nicht-Erfahrung in diesem Feld entspringt, und blieben bis auf einige Auskünfte zu unserem Lebensabschnitts-Status weitgehend anonym. Unser Besuch war also keineswegs eine wirkliche Intervention, ein engagiertes Dazwischengehen, sondern erstmal ein unsicheres aber neugieriges Beobachten und Abtasten, was uns aber nicht zu einer distanzierten und dabei idealisierenden Sicht auf „die Arbeiter“ verleiten sollte, sondern vielmehr zu einer solidarisch-kritischen Analyse des Geschehens.“</em><br />
Solidaritätsbesuche gab es auch von Arbeiter_innen aus anderen Betrieben über Nachbar_innen bis zu Kirchenvertreter_innen. Doch auch Andere bekundeten ihre Solidarität: Aus einem Stahlwerk in Bremen wurde Koks für die Feuertonnen der Streikenden und von der Gewerkschaft NGG Lebensmittel gespendet. Französische LKW-Fahrer_innen weigerten sich zudem ein bestreiktes Werk zu beliefern. Geldspenden aus verschiedenen Betrieben wie Mercedes Bremen wurden ebenso angenommen, wie von Parteien (die Annahme der Spenden zweier FDP-Stadtabgeordneter stellte sicher einen politischen Tiefpunkt des Streiks dar). Durch einen gerichtlichen Vergleich wurde Filipov zumindest ein kleiner Strich durch die Rechnung gemacht. Zwar musste an allen Standorten an einem Tor Zu- und Abgang ermöglicht werden, jedoch wurde den Streikenden das Recht gewährt, alle Personen und Fahrzeuge mindestens 15 Minuten anzuhalten und ungehindert von Vertreter_innen der Werksleitung über die Ziele der Streikenden zu informieren wovon fleißig gemacht wurde. Außerdem mussten alle arbeits- und strafrechtlichen Angriffe gegen die Arbeiter_innen aus der Streikzeit zurückgenommen werde. Dies betraf die Kameras, die Kündigungen und die Ab- und Ermahnungen. Die, vom Gericht verordneten, direkten, wöchentlichen Gespräche zwischen beiden Parteien führten schließlich zum Ende des Streiks und zum Kompromiss führte, dem 29. November 96,9% der Beschäftigten zustimmten und der folgende Punkte umfasste:</p>
	<ul>
<li>Einzel- statt Kollektivverträge, die aber bis 2014 auf Niveau des kollektiven Tarifvertrags bleiben</li>
	<li>2,7% mehr Geld ab dem 1.5.2011, jedoch nicht für Leute, die kürzer als ein Jahr im Betrieb arbeiten</li>
</ul>
Das Ergebnis zeigt, dass der Streik ein Kampf für den Erhalt des materiellen Status quo – den „Erhalt des Bestehenden“ wie die Streikenden es in einem Flugblatt schrieben und nicht für die soziale Revolution war. Für die prekär Beschäftigten wurde hier gewonnen und die IG Metall verlor mit dem FlächenTarifvertrag in einem weiteren Betrieb ihr wichtiges Mittel gegen das Kapital.<br />
Über die konkreten Ergebnisse hinaus, ist aber noch mehr passiert: Ein organisierter Kern von 650 Arbeiter_innen hat hart gekämpft, die Grenze zwischen den Klassen klar gezogen, stellenweise Erfolge erzielt (Wiedereinstellungen, Verbot von repressiven Maßnahmen des Unternehmens, Erhalt der Bedingungen des alten Tarifvertrags) und seine Macht gespürt. Desweiteren konnten sie sich mit anderen kämpferischen Arbeiter_innen austauschen und vernetzen z. B. auf einer Veranstaltung mit den mdexx-Arbeiter_innen in Bremen.<br />
Die Streikenden, mit denen die Aktivist_innen sprachen, waren meist zwischen 40 und 60 Jahre alt, männlich und schon sehr lange in dem Betrieb, sodass sie den Vergleichswert der sichereren Zeiten vor Augen haben. In den Gesprächen schien es so, als ob eine bisherige Selbstverständlichkeit des Arbeitslebens einfach so in Frage gestellt wird und damit auch die eigene bisherige Lebensweise in ihrem Kern bedroht sei, denn an den Arbeitsplätzen hängen die Existenzgrundlagen von 650 Familien.<br />
<a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/ganderkesee_arbeiter_innen.png" rel="lightbox[Ganderkesee]" title="Zusammenstehen gegen die Angriffe des Kapitals (Foto: Die Linke. Delmenhorst)"><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/ganderkesee_arbeiter_innen.png" alt="" width="200" align="right" /></a>„Wir wollen aber auch unsere Würde wahren und wie Menschen behandelt werden.“, brachten es die Streikenden auf den Punkt. Aus der Erfahrung im Kampf um die eigene Würde, wird der Interessengegensatz zwischen Kapital und Arbeit deutlich und die eine grundlegende Kritik am kapitalistischen System kann hier seinen Anfang haben. Die Bereitschaft, für die eigenen Interessen zu kämpfen, ist eine Voraussetzung für den Kampf um eine bessere Gesellschaft? Oder anders: Wer soll denn Revolution machen, wenn er noch nicht mal für sich selber kämpft?<br />
Die Aktivist_innen berichten: <em>„Wir haben festgestellt, dass uns ein Wissen um Möglichkeiten fehlt, in Konflikte einzugreifen, die das Kapitalverhältnis direkt betreffen, bzw. es nach einer Zeit in den 70ern, in der sich KommunistInnen aktiv mit dieser Frage beschäftigten und sie praktisch bearbeiteten, verloren gegangen ist, sodass wir nicht unmittelbar oder über Kontakte darauf zurückgreifen könnten. Somit bleibt die Frage, wie eine linksradikale Bewegung in solche Konflikte eingreifen kann &#8230;“</em></p>
	<p>Auch um diese Diskussion weiterzuführen, lädt die [AAH] am 9. Mai Jan Ole Arps ein, der im Elchkeller sein Buch über linke Betriebsintervention in den 1970ern vorstellen und diskutieren wird.
</p>
]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Dresden 2011 &#8211; Wir werden siegen!</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:20:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Aktion</dc:subject><dc:subject>Antifa</dc:subject><dc:subject>Demonstration</dc:subject><dc:subject>Dresden</dc:subject><dc:subject>Erlebnisbericht</dc:subject><dc:subject>Geschichtsrevisionismus</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Dresden 2010, das waren friedliche Massenblockaden, Menschenketten und gelebte Demokratie. Die Zivilgesellschaft, die sich gegen die Nazis und ihre Vereinnahmung des Gedenkens um die Opfer der Bombenangriffe des Februars 1945 stellt. Dresden 2011, das waren vermummte Autonome, Straßenschlachten mit der Polizei und brennende Barrikaden, welche eine derartige Gefahrenlage schufen, dass die Polizei einen Großteil der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Dresden 2010, das waren friedliche Massenblockaden, Menschenketten und gelebte Demokratie. Die Zivilgesellschaft, die sich gegen die Nazis und ihre Vereinnahmung des Gedenkens um die Opfer der Bombenangriffe des Februars 1945 stellt. Dresden 2011, das waren vermummte Autonome, Straßenschlachten mit der Polizei und brennende Barrikaden, welche eine derartige Gefahrenlage schufen, dass die Polizei einen Großteil der Nazis nicht mal mehr zu ihrem Kundgebungspunkt bringen konnte. Diesen Eindruck konnte man jedenfalls gewinnen, wenn die bundesweite Berichterstattung über die beiden Tage als Vergleich herangezogen wird. So weit so gut, doch beginnen wir am Anfang, denn so einfach war es selbstverständlich nicht. Dresden 2011 begann mit einem Rückblick auf Dresden 2010.<br />
<a id="more-37"></a>Knapp einen Monat vor dem 19.02.2011, dem geplanten Großaufmarsch der Nazis, angemeldet durch die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO), gab das Oberlandesgericht Sachsen einer Klage der JLO statt, die gegen die mangelnde Unterstützung der Polizei bei ihrem Aufmarschversuch in Dresden 2010 geklagt hatten. Die Botschaft des Gerichts war eindeutig: Eine angemeldete Demonstration, auch von Nazis, muss mit allen polizeilichen Mitteln durchgesetzt werden. Dieses klare Urteil sorgte selbst in bürgerlichen Spektren für Unverständnis, jedoch nicht für einen Skandal. Reichte 2010 die Beschlagnahmung einiger Plakate des Bündnisses Dresden Nazifrei aus, um einen medialen Aufschrei der Empörung bis weit ins bürgerliche Lager auszulösen, gelang es dieses Jahr nicht, das Gerichtsurteil zu skandalisieren und somit Druck auf die Polizei und die Versammlungsbehörden aufzubauen. Somit konnte in diesem Jahr ein deutlich härteres Vorgehen der Polizei gegenüber den Gegendemonstrant_innen  erwartet werden. Wie schon im letzten Jahr hatte auch 2011 ein breites Spektrum, unter der Koordination von Dresden Nazifrei bundesweit zum 19.02. nach Dresden mobilisiert. Wieder kamen weit über 15.000 Gegendemontrant_innen in die Elbstadt um den Nazis entgegen zu treten und ihren Aufmarschversuch in einem Desaster enden zu lassen.<br />
<center><a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/dresden_transparent2011.png" rel="lightbox[Dresden]" title="Dresden: Deutsche Opfermythen angreifen! (Foto: indymedia)"><img src="http://angriffsflaeche.blogsport.de/images/dresden_transparent2011.png" alt=""  width="450" /></a></center><br />
Aus Hannover bot ebenfalls ein Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und linksradikalen Gruppen die Möglichkeit in einem Buskonvoi nach Dresden zu fahren. Dieses Angebot wurde von rund 350 Antifaschist_innen angenommen, womit die Zahl im Vergleich zum Vorjahr nochmal gesteigert werden konnte. Doch alleine nach Dresden zu gelangen stellte sich für viele Antifaschist_innen als schwierig dar, so auch für den Buskonvoi aus Hannover, welcher mittlerweile durch zahlreiche Busse aus Südniedersachsen und Bremen ergänzt wurde. Bereits einige Kilometer vor dem geplanten „Absprunggebiet“ wurden die Busse durch die Polizei gestoppt und es musste zu Fuß weiter gehen. Die Polizei hatte zwar im Umkreis von Dresden zahlreiche Straßensperren errichtet, war jedoch mit zu wenig Personal vor Ort, als dass sie den Zug von über 1.000 Antifaschist_innen hätte aufhalten können. Auf diese Weise erreichten zahlreiche Konvois mit Antifaschist_innen das Universitätsviertel der Südvorstadt, in welchem an diesem Tag der Naziaufmarsch stattfinden sollte. Bis zuletzt war unklar gewesen, ob und wenn ja welche Route die Nazis an diesem Tag genehmigt bekommen würden. Lange Zeit war über einen möglichen Sternmarsch der Nazis hin zu einem zentralen Kundgebungspunkt diskutiert worden, womit Massenblockaden erschwert worden wären, jedoch gleichzeitig die Lage für die Polizei noch undurchsichtiger geworden wänen re. Letztendlich sollten die Nazis sich an diesem Tag an zwei Orten sammeln, dem Vorplatz des Hauptbahnhofs, von wo ihr Aufmarsch starten sollte und der Nürnberger Platz, was ihren Kundgebungsort darstellen sollte. Vielen kleineren und größeren Gruppen Nazis gelang es jedoch gar nicht erst, zu diesen Punkten vorzustoßen, da das Gebiet rund um den und den Nürnberger Platz von tausenden Antifaschist_innen belagert wurde. An diesem Tag erwies sich auch als richtig, was sich ein Jahr zuvor bereits angedeutet hatte: Das militante Aktionen und Massenblocken sich hervorragend ergänzen können. Ohne überrannte Bullenketten, brennende Barrikaden und entschlossenes gegen Nazigruppen, wären friedliche Massenblockaden an neuralgischen Punkten gar nicht erst möglich gewesen, beziehungsweise wären ein leichteres Angriffsziel für Nazigruppen oder (noch mehr) Räumungsversuche  Polizei gewesen. Auf der anderen Seite stellten die Massenblockaden sowohl einen Rückzugsraum, wie auch eine Massenbasis dar, ohne die der Tag aus antifaschistischer Sicht kein Erfolg geworden wäre. Ebenso boten die friedlichen Blockaden eine Möglichkeit der sinnvollen Beteiligung an Gegenaktivitäten für Menschen, die sich nicht an militanten Aktionen beteiligen konnten oder wollten. Wichtig an dieser Stelle ist, dass beidseitiges Verständnis für die jeweilige Aktionsform vorherrscht und sich solidarisch gezeigt wird. Nicht jede_r muss Politheld_in spielen um zum Gelingen des Tages beizutragen, während auf der anderen Seite ebenfalls klar sein muss, dass auch brennende Mülltonnen ihren Beitrag zur Verhinderung des Naziaufmarsches leisten.<br />
Dieses solidarische Verhalten wurde zwar an einigen Punkten vermisst, über den Tag gesehen wurde allerdings angesichts der massiven Polizeigewalt das Verständnis auf Seiten der Blockierer_innen gegenüber militanten Aktionen zunehmend größer. Derweil versuchte die Polizei mit allen Mitteln und äußerster Brutalität den Vorgaben des sächsischen Oberlandesgerichts zu entsprechen und den Naziaufmarsch durchzusetzen. Zum ersten Mal in Deutschland wurden Pepperball‐Kugeln und Drohnen zur Aufklärung gegen die Antifaschist_innen eingesetzt. Es ließen sich wohl mehrere Seiten alleine mit Berichten über Zusammenstöße zwischen Antifaschist_innen und Polizei, brutale Polizeiübergriffe und willkürliche Verhaftungen füllen und dennoch würde vermutlich nicht alles Erwähnung finden, deshalb konzentrieren wir uns auf das Wichtigste: am Ende siegte der antifaschistische Widerstand!<br />
Die Polizei hatte schlicht und einfach zu wenige Kräfte vor Ort, welche ihre zahlenmäßige Unterlegenheit auch durch massive Gewalt nicht kompensieren konnten. So konnten sie die Lage rund um den Hauptbahnhof und die Nürnberger Straße nie unter Kontrolle bringen. Hatte die Polizei einen Brennpunkt geräumt, waren in der Zwischenzeit drei neue Brennpunkte entstanden, ein Szenario, was sich den Tag über hinzog. Diese Ereignisse müssen den sächsischen Polizeipräsidenten Bernd Merbitz derart frustriert haben, dass er vor laufenden Kameras beinahe in Tränen ausbrach – und am Abend Stürmung des Büros von Dresden Nazifrei im „Haus der Begegnung“ der Partei Die Linke anordnete. Dort beschlagnahmte die Polizei alle Rechner und Unterlagen des Bündnisses und verhafteten alle anwesenden Personen auf Grund des Verdachts zur „Gemeinschaftlichen Verabredung und Planung von Straftaten“.<br />
Die Nazis erlebten unterdessen einen deprimierenden Tag. Viele Nazis gelangten erst gar nicht zu ihren Kundgebungspunkten, große Nazigruppen waren zum Teil von Gegendemonstrant_innen regelrecht eingekesselt und mussten zu ihren Bussen zurück eskortiert werden, während die Nazis, die es durch eine Zuganreise bis zum Hauptbahnhof geschafft hatten, keinen einzigen Meter laufen konnten. Auch ein Ausweichen dieser Nazigruppe nach Leipzig, mit dem Versuch dort eine Spontandemonstration abzuhalten, scheiterte. Das Motto der Polizei gegenüber den Nazis für den Tag schien offenbar „rechts wegschauen, links weghauen“ zu sein. Denn trotz anwesender Polizei konnte eine größere Gruppe Nazis in den Dresdener Außenbezirken minutenlang ungestört das alternative Wohnprojekt Praxis angreifen und beschädigen. Zum Glück blieben alle Bewohner_innen unverletzt.<br />
Als Fazit des Tages lässt sich festhalten, dass trotz enorm widrigerer Umstände als 2010, der ehemals größte Naziaufmarsch Europas erneut verhindert werden konnte. Sowohl für die Nazis, wie auch für die Versammlungsbehörden stellte dieser Tag ein nicht zu unterschätzendes Fiasko dar. Zeigte sich an diesem 19. Februar doch, dass eine vereinte (radikale) Linke durchaus im Stande ist, sich dem staatlichen Gewaltmonopol entgegen zu stellen und zu obsiegen, von den Nazis ganz zu schweigen. Diese waren auch im zweiten Jahr in Folge ohne Chance ihren Aufmarsch planmäßig durchzuführen und dürften sich nun vermutlich auf bisher (aus antifaschistischer Sicht) unterschätzte und kleinere Aufmärsche wie den in Bad Nenndorf konzentrieren. Aus Sicht der radikalen Linken ließ sich  dieses Jahr eine stark verbesserte Außenwirkung attestieren. Das Bild der Presse, dass der Protest gegen die Nazis vor allem aus der Mitte der Gesellschaft organisiert wurde, ließ sich auf Grund der Bilder, die der Tag lieferte, nicht halten.<br />
Wichtig für zukünftige Aktionen wird sein, den Protest nicht von außen spalten zu lassen, denn erst das Zusammenwirken von friedlichen Protest und militanten Aktionen machte diesen Tag erst zum Erfolg und lässt zudem unsere Positionen wahrnehmbarer und vermittelbarer erscheinen.
</p>
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		<title>Antikapitalistische Mai-Thesen</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:19:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>1. Mai</dc:subject><dc:subject>Debatte</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Um in Zeiten der Krise das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren und die Perspektive klar zu haben
	Die Lage ist ernst! Auf den ersten Blick scheint es so zu wirken als sei Deutschland der Krise entkommen oder habe sie zumindest mit einem blauen Auge überlebt. Mit internationalem Blick wird jedoch klar dass Deutschland zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><strong>Um in Zeiten der Krise das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren und die Perspektive klar zu haben</strong></p>
	<p>Die Lage ist ernst! Auf den ersten Blick scheint es so zu wirken als sei Deutschland der Krise entkommen oder habe sie zumindest mit einem blauen Auge überlebt. Mit internationalem Blick wird jedoch klar dass Deutschland zwar gut davon gekommen zu sein scheint, die Krise aber bei weitem nicht überstanden ist. Im Gegenteil: Portugal hat erst kürzlich Finanzhilfen beantragt und auch die Situation in Griechenland ist noch lange nicht geklärt. Warum es in Deutschland trotz massiver Sozialkürzungen dennoch so ruhig blieb und bleibt, ist eine Frage der Politik dieses Staates, des Verhaltens seiner Mitglieder und des ganzen Scheiss-Systems!<br />
<a id="more-36"></a></p>
	<h3>I: „Kapitalismus war als Kind schon scheisse!“</h3>
Der Kapitalismus hatte seinen Ausgangspunkt in Europa und ist eine relativ junge Form zunächst der Produktionsweise von weniger als zwei Jahrhunderten. So progressiv die Entwicklung als emanzipatorischer Schritt aus kirchlichen und feudalistischen Verhältnissen zu bewerten ist, muss der Kapitalismus von Anfang an als Herrschaftssystem der Zwänge und Abhängigkeit kritisiert werden: Die Menschen sind frei als Eigentümer von Produktionsmitteln oder müssen sich vermeintlich frei dazu entscheiden ihre Arbeitskraft auf dem Markt zu verkaufen. Die direkt personale Herrschaft wurde ersetzt durch eine über die Produktionsverhältnisse vermittelte Herrschaft, die weiterhin die Herrschaft von Menschen über Menschen bedeutet.</p>
	<h3>II: „Die Verhältnisse unter dem Kapitalismus verändern sich durch Kämpfe der Menschen!“</h3>
In den letzten 150 Jahren hat sich der Kapitalismus auf die gesamte Welt ausgebreitet. Aber wir müssen festhalten, dass sich der Kapitalismus überall auf der Welt aus verschiedenen Ausgangslagen unterschiedlich entwickelt hat. Es sind Kämpfe gegen unterschiedlichste Unterdrückungsformen wie Sexismus und Rassismus oder Kämpfe um den Arbeitstag oder Landbesitz, welche die Ausprägungen des Kapitalismus gestalten. Diese Kämpfe sind es auch welche die jeweiligen Gesellschaften in Erklärungsnot oder besser unter Legitimationszwang bringen.</p>
	<h3>III: „Der Kapitalismus ist ein flexibles, ein sich wandelndes und kein starres Herrschaftssystem!“</h3>
In der Geschichte des Kapitalismus lässt sich beobachten wie er in der Lage ist auf die jeweils unterschiedliche Kritik und Schwerpunktsetzung der unterschiedlichsten Kämpfe zu reagieren. So werden die Forderungen nach mehr Lohn, Arbeitsschutz oder geschlechtlicher Gleichstellung am Arbeitsplatz je nach der Stärke des Protests abgewandelt und aufgenommen. Je nach der Kraft und Ausdauerfähigkeit gesellschaftlicher Kräfte werden die Errungenschaften wieder zurückgenommen, wie in der BRD unter dem Leidensspruch „Fördern und Fordern“ Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherungen in den letzten 20 Jahren grundlegend durch den Staat zurückgedreht wurden. Phänomene wie Kurz- und Leiharbeit ,die durch den Staat rechtlich fixiert wurden, bestimmen den Alltag. „Arm trotz Arbeit“ – das Lohnsystem kann die Menschen nicht mehr versorgen.</p>
	<h3>IV: „Der Staat ist weder Freund noch Helfer, sondern am Ende nur der Gegner!“</h3>
Speziell in Deutschland hängen sich Hoffnungen auf Verbesserungen oftmals an die Schleppe des Staates und erschöpfen sich in Forderungen an „die da oben“. Parteien wie die SPD waren vor dem ersten Weltkrieg in Deutschland aufrichtige Vertreter_innen der Arbeiter_inneninteressen. Dies ist lange vorbei. SPD bedeutet Hartz IV, „Atomkonsens“ und Kriegseinsatz. Im Endeffekt sind Parteien grundsätzlich Fans von Ruhe und Ordnung. Diese müssen wir diese Ruhe und Ordnung durchbrechen. Das muss man auch bei einer Partei wie „Die Linke“ im Hinterkopf behalten, auch wenn sich hier viele engagierte Mitstreiter_innen finden lassen. Die APO-Bewegung von 1968 oder die Anti-AKW-Bewegung zeigen, dass gerade wahre Stärke über die regulierten Formen des Protestes hinausgehen muss.</p>
	<h3>V: „Kapitalismus bedeutet im Hamsterrad Motorrad fahren – regelmäßig auf die Schnauze fallen“</h3>
Im Jahre 2008 stand fest, dass sich der Kapitalismus weltweit in einer Krise befindet und sogar das „Unmögliche“ passieren kann: Ganze Staaten wie Island, Griechenland, Irland schmieren ab: Staatsbankrott. Sicher war und ist dabei allen nur eins: Die nächste Krise kommt bestimmt und mehr Staaten werden purzeln. In der BRD haben über eine Million Menschen in Leiharbeit und ca. drei Millionen in Hartz IV, somit mehrere Millionen Menschen in Armut, die Krise bezahlt. Damit ist die BRD sogar noch relativ glimpflich davongekommen, manche behaupten, „wir“ hätten die Krise „gemeistert“. Das ist Bullshit. Es funktioniert nicht und alle wissen das. Beispiele wie Griechenland machen hingegen bei aller Tragik einen Perspektivenwechsel möglich: Die Menschen wenden sich gegen den Staat; verstehen ihn als das was er ist: Verantwortlicher für Ausbeutung und Unterdrückung des Kapitalismus im Normalbetrieb und Krisenzeiten. Die Gewerkschaften unterstützen diese Proteste. In Deutschland vermissen wir hingegen eine solche Grundüberlegung gerade von Seiten der Gewerkschaften. Die Zeiten des Staats als Heilsbringer sind in Europa eindeutig vorbei.</p>
	<h3>VI: „Antikapitalismus ist Klasse!“</h3>
Diese Gegenposition zum Staat und seinen Reformparteien wie SPD, Die Linke, den Grünen usw. lässt sich jedoch nicht nur in Ländern finden, welche die Krise so heftig mit der Breitseite abbekommen haben wie die Menschen in Griechenland: Allen Menschen ist klar, dass das „positive“ Abschneiden von Staaten auf dem Leidwesen eben der schwächsten Nationalökonomien ausgetragen wird. Ebenfalls, dass der Staat in seiner Funktion als regulierenden Instanz die Opposition zu den ehemals oder zukünftig arbeitenden Menschen bedeutet, weil Kürzungen auf ihrem Rücken ausgetragen wird. So finden wir in Belgien, Frankreich, Luxemburg, Italien, England, Spanien (die Reihe ließe sich beliebig verlängern) Gewerkschaften, die unabhängig von der jeweiligen Krisenintensität des Nationalstaates ihre Oppositionshaltung zum Staat deutlich formulieren. Es waren Funktionär_innen des DGB die in Deutschland Hartz IV mit auf den Weg gebracht haben und immer wieder fallen Einzelgewerkschaften engagierten und kämpferischen Belegschaften in Betriebskämpfen in den Rücken (2011 die IG Metall in Ganderkesee im Kampf um die Atlas-Werke; 2005 in Düsseldorf die NGG gegen die Belegschaft von Gate Gourmet; 2009 die Ver.di im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im Berliner Kino Babylon Mitte). Nicht Interessenvertretung und Klassenkampf sondern der soziale Friede haben für sie Priorität.</p>
	<h3>VII: „Soziale Kämpfe vernetzen, solidarisch und international.“</h3>
Ein verstärkter Blick auf die Konflikte unserer Genoss_innen in Krisenzeiten auf der gesamten Welt bringt weiteren Erkenntnisgewinn: Nicht die „Arbeiterklasse“, sondern die Vielfältigkeit der unterschiedlichsten Menschen und ihrer Kämpfe zeigt wie der Wind weht: Ob es Studierende in England, Jugendliche in Frankreich, Arbeiter im Generalstreik in Portugal, Arbeitslose in Ägypten oder Frauen im Iran sind, zeigt, dass es bei aller angeblicher Unterschiedlichkeit eine Vielzahl an Verbindungen gibt: Die Gewerkschaften in anderen Staaten haben sich dieser Problematik angenommen oder sogar die Idee der nationalen Organisation aufgegeben und arbeiten vermehrt an internationaler Organisation, welche sich spektrenübergreifender Probleme annimmt. In Deutschland sind hingegen Streiks mit einer internationalen Ausrichtung wie beim Opelwerk 2004 eine Seltenheit geblieben. Diese Lichtblicke des Protests scheinen ohne eine Vormundschaft einer Dachgewerkschaft bisher deutlich besser zu funktionieren. Bisher konnten sich solche intensiveren Streiks mit internationalen Bezug immer nur selbst organisiert oder auch „wild“ verwirklichen.</p>
	<h3>VIII: „Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun“ (Die Internationale)</h3>
	<p>Nicht allein Kapitalismus sorgt heute dafür, das die Menschen erniedrigt und unterdrückt sind. Zum Beispiel Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und Nationalismus sind Mechanismen, die uns ebenfalls spalten und klein halten. Das braucht uns niemand erzählen, denn wir merken alle, welche Schweinereien uns tagtäglich das Leben vermiesen. Den Widerstand gegen Angriffe auf ein gutes Leben müssen wir zusammen organisieren.<br />
Schliessen wir uns zusammen und nutzen wir unsere vielfältigen Ausgangslagen und Erfahrungen. Zusammen gegen Ausbeutung und jede Unterdrückung, nicht nur heute am 1. Mai, sondern gestern, morgen und alle Tage!
</p>
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		<title>Vorwort zur vierten Ausgabe</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Apr 2011 09:18:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>angriffsflaeche</dc:creator>
		
	<dc:subject>Allgemein</dc:subject>
	<dc:subject>Ausgabe 04</dc:subject><dc:subject>Vorwort</dc:subject>
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		<description><![CDATA[	Heraus zum 1. Mai! Nicht nur für Menschen überall auf dem Globus gilt diese Parole, sondern auch für unsere vierte Ausgabe. Die Menschen gehen auf die Straße, um an diesem Tag ihre Kämpfe zu verbinden. Die Kämpfe für ein besseres Leben ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung. In dieser Ausgabe haben wir passend zum 1. Mai [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/2011/04/15/antikapitalistische-mai-thesen/">Heraus zum 1. Mai!</a> Nicht nur für Menschen überall auf dem Globus gilt diese Parole, sondern auch für unsere vierte Ausgabe. Die Menschen gehen auf die Straße, um an diesem Tag ihre Kämpfe zu verbinden. Die Kämpfe für ein besseres Leben ohne Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung. In dieser Ausgabe haben wir passend zum 1. Mai einen Schwerpunkt auf Arbeitskämpfe gelegt. Neben dem <a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/2011/04/15/streik-bei-atlas-in-ganderkesee/">Bericht</a> über den Streik im Atlas Werk in Ganderkesee und das <a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/2011/04/15/wie-aufgescheuchtes-huhn-nein-aggressiver/">Interview mit einem Kollegen</a> aus dem Babylonkino in Berlin, schauen wir im <a href="http://angriffsflaeche.blogsport.de/2011/04/15/greba-orokorra-huelga-general-generalstreik/">Artikel zum Generalstreik im Baskenland</a> über die nationalen Grenzen hinweg. So international wie der 1. Mai ist, so international muss unsere Perspektive sein, wenn wir endgültig Staat und Kapital abschaffen wollen.<br />
<a id="more-35"></a><br />
Die Angriffsfläche ist eine linke Zeitung für politische und kulturelle Themen in den Bereichen Antifaschismus und Antikapitalismus.Wir setzen dabei unsere Schwerpunkte selbst und beziehen aktiv Position.<br />
Der Name bezieht sich auf unser Anliegen Angriffsflächen in diesem System und in inhaltlichen Debatten aufzuzeigen. Auf der anderen Seiten bieten wir mit unseren Artikeln selbst Angriffsfläche in aktuellen Debatten.Wir verstehen uns jedoch nicht als offenes Zeitungsprojekt und behalten uns vor eingesandte Artikel zu veröffentlichen oder eben nicht.</p>
	<p>Eure Redaktion
</p>
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